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Weiterbildung zum*zur pädagogischen Mitarbeiter*in in der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Behindertenhilfe nicht Halt. Aus diesem Grund ist eine weiterführende Qualifizierung in diesem Bereich äußerst wichtig, um die Versorgung mit ausreichend Fachpersonal in der Behindertenhilfe zu gewährleisten. Chrissi Biemel, Simone Markert und Christin Schulze, die in der Heilpädagogischen Tagesstätte (HPT) der Lebenshilfe Kempten tätig sind, haben sich dazu entschlossen, das Weiterbildungsprogramm Qualifizierung zum*zur pädagogischen Mitarbeiter*in in der Kinder- und Jugendhilfe bzw. in der Behindertenhilfe beim Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) zu absolvieren.

In diesem Artikel berichten die drei Teilnehmerinnen über die Erfahrungen ihrer Weiterbildung und wie sie die vermittelten Kompetenzen in ihrem Arbeitsalltag nutzen.

Die Weiterbildung zum*zur pädagogischen Mitarbeiter*in als Pilotprojekt

Chrissi Biemel, Simone Markert und Christin SchulzeDen theoretischen Teil der Weiterbildung haben Chrissi Biemel, Simone Markert und Christin Schulze bereits abgeschlossen. Gerade absolvieren sie noch den praktischen Teil in der HPT und in ihren jeweiligen Gruppen. „Die vergangenen Monate waren eine Herausforderung und wir mussten uns immer wieder neu motivieren. Umso glücklicher sind wir, das gemeistert zu haben“, erzählt Chrissi Biemel. Nach Abschluss der Theoriephase können die Teilnehmer*innen zunächst befristet, bis zum Ende der Praxisphase, bereits als pädagogische Mitarbeiter*innen eingesetzt werden. Das ist ein ganz besonderer Erfolg, wie Chrissi Biemel weiter erklärt, denn: „Es gab schon länger solche Weiterbildungsangebote, aber nie für den Behindertenbereich. Unser Kurs ist ein Pilotprojekt.“

Besondere Anforderungen für die Teilnahme gemeistert

Um an der Weiterbildung teilzunehmen, müssen Interessierte einige Voraussetzungen erfüllen. Unter anderem gilt für den Bereich der Behindertenhilfe, dass man mindestens 27 Jahre alt sein muss und bereits mehrere Jahre einem Betrieb angehört. Zudem ist ein Motivationsschreiben erforderlich. Diese Voraussetzungen hat auch Simone Markert erfüllt und erklärt, aus welchem Grund sie sich für die Fortbildung entschieden hat: „Ich habe mich geärgert, dass man als Kinderpflegerin ‚nur‘ als Hilfskraft bezeichnet wird. Deswegen wollte ich weitermachen und mir diesen Titel als pädagogische Mitarbeiterin erarbeiten. Das verschafft noch einmal einen anderen Stellenwert.“

Engagement das sich auszahlt

Die Fortbildung besteht aus einem allgemeinen Modul zu Themenblöcken wie Kommunikation, Entwicklung und Methodik. Es folgt ein Aufbaumodul zur Kinder- und Jugendhilfe sowie zur Behindertenhilfe. Besonders die Kompetenzvermittlung von verschiedenen Dozent*innen kam bei den drei Teilnehmerinnen aus Kempten gut an: 

„Mir hat gut gefallen, dass die Dozenten Menschen aus der Praxis waren, beispielsweise Geschäftsführer sozialer Einrichtungen, eine Lernpädagogin oder eine Psychologin“, berichtet Simone Markert. Aufgrund der Beschränkungen durch das Coronavirus fanden die Seminare ab März 2020 online statt. Eigentlich war die Weiterbildung als Präsenzveranstaltung in Augsburg geplant. Um die Weiterbildung erfolgreich abzuschließen, muss jedes Modul bestanden werden. Auch ein Kolloquium sowie die Abgabe einer 15- bis 20-seitigen Facharbeit waren Teil der Prüfung des theoretischen Teils der Fortbildung. Im praktischen Teil der Weiterbildung erwartet die drei Teilnehmerinnen noch ein Praxisbesuch sowie eine praktische Prüfung. Für Mitte Juni dieses Jahres ist dann eine Abschlusszeremonie mit Zertifikatsübergabe angedacht.

Die Kombination aus Wissensvermittlung und Persönlichkeitsentwicklung überzeugt

Für die drei Teilnehmerinnen der Lebenshilfe Kempten hat sich ihr Einsatz gelohnt. Seit Januar 2021 sind alle als Gruppenleitung in der Tagesstätte tätig – vor der Weiterbildung wäre das nicht möglich gewesen. „Man kann in der Weiterbildung sein Fach- und Hintergrundwissen vertiefen, neue Blickwinkel einnehmen und sich als Gruppenleitung noch einmal anders verwirklichen. Außerdem ist es gut für die Persönlichkeitsentwicklung. Darum sind wir drei uns einig: Wir können jedem und jeder dazu raten, diese Chance zu nutzen und bei dem Programm mitzumachen“, so Chrissi Biemel.

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