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Berufsbegleitende Weiterbildung: Von der Hilfskraft zur Fachkraft für Lagerlogistik

Der Golfplatz in Bamberg, auf dem Jahn, wie schon sein Großvater vor ihm, in seinem erlernten Beruf als Greenkeeper gearbeitet hat, ist seit Langem geschlossen. Seit mittlerweile 15 Jahren ist Jahn als Ungelernter im Lagerbereich tätig. 2020 nutzte er seine Chance und bereitete sich innerhalb eines Jahres mit dem Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung berufsbegleitend auf die Prüfung zur "Fachkraft für Lagerlogistik" vor. Sein Ziel ist klar: die IHK-Abschlussprüfung und damit der Berufsabschluss. Gefördert wurde die abschlussorientierte Weiterbildung über das Qualifizierungschancengesetz.

Eröffnung neuer beruflicher Möglichkeiten als Ziel

Jahn hat schon so manchen Schicksalsschlag einstecken müssen. 2014 hatte er einen schweren Autounfall, bei dem er sich verletzte und um seine wenige Jahre zuvor transplantierte Niere fürchten musste. Um so bemerkenswerter, was er geleistet hat. "Ich bin ein Kämpfer", sagt er von sich selbst. Nicht nur, dass er sich wieder zurück in die Arbeit kämpfte und auf die ihm zustehende Erwerbsminderungsrente verzichtete, er strebte zudem den beruflichen Aufstieg an. 

Im Herbst ist es soweit. Der 43-jährige Familienvater wird seine Prüfung zum staatlich anerkannten Fachlageristen bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ablegen. Dafür nimmt er an einem Kurs im Rahmen einer berufsbegleitenden Weiterbildung bei der Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft (bbw) gGmbH in Bamberg teil. Mit dem Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung können sich Teilnehmer*innen auf eine Berusabschlussprüfung vorbereiten und das berufsbegleitend.

Beratung und Begleitung bei gezielter Weiterbildung

"Die Seminarteilnehmer sind immer sehr motiviert, machen die Prüfung oft mit Auszeichnung", betont Weiterbildungsinitiatorin Ute Endres von der bbw gGmbH. Arbeitnehmer wie Roland Jahn haben zwar keine Lehre, aber jede Menge Erfahrung im nicht erlernten Beruf. Um sich zur Fachkraft weiterbilden zu können, benötigt der*die Beschäftige mehrere Jahre Arbeitserfahrung im betreffenden Job und den Willen, wieder für ein paar Wochen die Schulbank zu drücken. Beides konnte Robert Jahn vorweisen. Inzwischen wirbt er begeistert für diese Chance zum Aufstieg.

Weiterbildungen, wie die von Jahn, sind in vielen Bereichen möglich, zum Beispiel im Beruf Maschinen- und Anlagenführer*in. Ute Endres und ihre Kolleg*innen, die anderen Weiterbildungsinitiator*innen, beraten sowohl Firmen als auch Arbeitnehmer*innen, die Interesse an einer Weiterbildung haben. Vorteile bestehen für beide Seiten: Qualifizierte Arbeitnehmer*innen sind besser geschützt vor Entlassung und in Zeiten des Fachkräftemangels ist es gerade für kleinere Unternehmen wichtig, die eigenen Beschäftigten zu qualifizieren. Besser qualifizierte Arbeitnehmer*innen sind deutlich flexibler einsetzbar und können so auch ans Unternehmen gebunden werden. "Gerade in Zeiten, in denen die Auftragsbücher nicht voll sind, sollten Unternehmen die Zeit und die damit verbundene Chance nutzen, die Beschäftigten weiterzubilden", erklärt Endres. 

Ein starkes Instrument ist dabei das Qualifizierungschancengesetz der Bundesagentur für Arbeit, zu dem die Weiterbildungsinitiator*innen beraten.

Staatliche Förderung durch das Qualifizierungschancengesetz

Finanziert wurde die Teilnahme an dem TQ-Modul über das Qualifizierungschancengesetz der Bundesagentur für Arbeit. Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht allen Unternehmen eine Förderung aller Beschäftigten (außer Auszubildenden) im Rahmen einer abschlussorientierten Weiterbildung (Teilqualifizierung, Umschulung, Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung) oder einer Anpassungsqualifizierung. Dabei werden bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten sowie ein Arbeitsentgeltzuschuss (ebenfalls bis zu 100 Prozent) übernommen.

Wenn Sie als Arbeitnehmer*in bis zum 31.12.2023 eine geförderte Maßnahme im Rahmen einer abschlussorientierten Weiterbildung beginnen, können Sie sich Weiterbildungsprämien für Ihre erfolgreiche Qualifizierung sichern: 1.000,- € bei erfolgreicher Zwischenprüfung sowie 1.500,- € nach der erfolgreichen Abschlussprüfung.

Nach der Qualifizierung ist vor der Qualifizierung

Wenn Roland Jahn jetzt von der A70 bei Scheßlitz, wo er damals seinen Autounfall hatte, zu seinem Arbeitgeber Gako fährt, einem Hersteller von pharmazeutischen Salbenrührgeräten, überwiegt das Positive: "Mein Chef unterstützt mich voll", sagt Jahn. Nicht mehr lange und er hat seinen Fachlageristen in der Tasche. 

Und er ist noch längst nicht am Ziel angelangt: Im kommenden Jahr will Jahn sich auch noch zum Logistiker weiterbilden lassen. "Dann habe ich mein Ziel erreicht", sagt er zufrieden.

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