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Fallstudie: „Die neue Meisterleistung“

Der Meister von heute übernimmt nicht mehr nur die üblichen Planungs- und Kontrollaufgaben, sondern ist auch als Führungskraft bei Konflikten, Krisen und Veränderungen gefordert. Diese Rolle setzt ausgeprägte soziale Kompetenzen voraus. Wie diese gezielt gestärkt werden können, zeigt diese Fallstudie. Für die Führungskräfte der Fertigung bei Rosenthal entwickelte die bbw gGmbH ein praxisnahes Training, das exakt auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnitten war. Dadurch lernten die Meister, Wandel zu gestalten und die Mitarbeiter erfolgreich in diese Prozesse mit einzubeziehen.

Ausgangssituation

Fallstudie Rosenthal LogoDie Geschäftsführung der Rosenthal GmbH aus dem oberfränkischen Selb wollte der veränderten Rolle des Meisters Rechnung tragen und diese Führungskräfte für den professionellen Umgang mit Konflikten und Veränderungen sensibilisieren. In einem eigenen Trainingsprogramm sollten die Meister ihre sozialen Kompetenzen schulen und ihr Repertoire über ausschließlich technisch geprägte Planungs- und Kontrollaufgaben hinaus erweitern.

Ziele

Im Spannungsfeld zwischen Kunden und Lieferanten auf der einen, Bereichsleitern und Mitarbeitern auf der anderen Seite, muss sich der Meister heute ständigen Veränderungsprozessen stellen und immer wieder neue Herausforderungen bewältigen. Der Informationsfluss muss auch unter schwierigen Rahmenbedingungen wie Termindruck, Personalknappheit und organisatorischer Neuausrichtung gewährleistet sein. Der Ausnahmezustand wird da gewissermaßen zum Normalfall. Hohe soziale Kompetenz, überzeugende Kommunikationsfähigkeit und erfolgreiche Konfliktbewältigung waren deshalb die Schlüsselqualifikationen, welche die Meister im Training „Soziale Kompetenzen im Meisteralltag“ erwerben sollten.

„Soziale Kompetenzen kann jeder trainieren – aber es braucht auch ein Umfeld, in dem sie gedeihen können. Mit dem Training für unsere Meister haben wir nicht nur die Wahrnehmung des Einzelnen erweitert, sondern auch das unternehmensweite Bewusstsein positiv verändert.“

Daniela Schäffler-Cura, Personalleiterin Rosenthal Werk in Speichersdorf

Vorgehensweise

Geschäftsführung und bbw gGmbH waren sich darin einig, dass Standardbausteine wenig hilfreich sind. Vielmehr ging es darum, die inhaltlichen Erwartungen der Meister und Vorarbeiter so exakt wie möglich abzubilden und den Teilnehmern einen konkreten Mehrwert bei der Wahrnehmung ihrer täglichen Führungsaufgaben zu geben. Die sorgfältige Auswertung von Mitarbeitergesprächen im Rosenthal Werk in Speichersdorf diente als Basis, um den Bedarf der Führungskräfte aus der Fertigung zu ermitteln. Anhand dieser detaillierten Vorgaben entwickelte die bbw gGmbH in inhaltlicher Absprache mit der Geschäftsführung ein passendes Führungskräftetraining, das die Teilnehmer für den erfolgreichen Umgang mit Konflikten und Veränderungen rüstete.

Das Training wurde in zwei Gruppen mit elf bzw. zwölf Teilnehmern als eintägiges Inhouse-Seminar abgehalten, d. h. firmenintern. Als Veranstaltungsort diente ein Seminarraum in einem nahegelegenen Gasthaus. Dadurch konnten die Teilnehmer die Pausen zwischen den Einheiten zum persönlichen Austausch mit den Kollegen nutzen. Die positiven Reaktionen der Teilnehmer zeugten von der angenehmen Arbeitsatmosphäre während des Seminars. „Die Trainerin ging sehr gut auf die zu erarbeitenden Themen und Belange ein“ und „Man konnte die Probleme gut ansprechen und mit Kollegen aus anderen Abteilungen diskutieren“, so und ähnlich lauteten die Kommentare der Teilnehmer.

Ablauf und Inhalte

Die Teilnehmer beschäftigten sich zunächst mit der Rolle des Meisters im modernen Unternehmen. Die Gegenüberstellung der Rolle des Meisters damals und heute führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Veränderungen im Unternehmen. Die zentrale Erkenntnis: Früher waren die Aufgaben der Meister klar abgegrenzt und der einzelne Meister hatte mehr Zeit und mehr Personal zur Verfügung. Dagegen agieren die Meister heute oft als Krisenmanager und müssen sich schnell auf Veränderungen im Unternehmen einlassen. Mit Hilfe von geeignetem Trainer-Input reifte die Erkenntnis, dass gerade der Meister vor diesem Hintergrund zunehmend als Kommunikator gefordert ist. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmer unter Anleitung der Trainerin Grundlagen zu den Themen „Wertschätzende Kommunikation“ und „Soziale Kompetenz“.

Ein weiterer Schwerpunkt war der richtige Umgang mit Veränderungen. Die Teilnehmer erfuhren, wie man Angst und Widerstand bei Veränderungen bewältigt. Sie lernten, Veränderungen nicht mehr als Bedrohung wahrzunehmen sondern als Chance. In einer anderen Einheit wurde den Teilnehmern vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter in die Planungs- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen – die Motivation aller Beteiligten lässt sich dadurch deutlich steigern.

Weitere Themen waren „Förderliches Team- und Leistungsverhalten“, „Strategien zur Konfliktbewältigung“ und „Umsetzungsmöglichkeiten im beruflichen Alltag“. Zum Abschluss des Trainings präsentierten die Teilnehmer ihre Ergebnisse dem Werks- und Produktionsleiter sowie der Personalleiterin, bevor die Umsetzungsmöglichkeiten sowie erste Handlungsentwürfe diskutiert wurden.

Durch den Wechsel von theoretischem Input, praktischen Übungen und Fallbeispielen konnten sich die Teilnehmer mit ihren Potenzialen auseinandersetzen und Szenarien für den beruflichen Alltag ableiten.

Ergebnisse

  • Ausbau der sozialen Kompetenzen und der kommunikativen Fähigkeiten
  • Verbesserung des Informationsflusses zwischen den Hierarchie-Ebenen
  • Intensivere, positive Auseinandersetzung mit Veränderungen im Unternehmen
  • Meister und Vorarbeiter als Multiplikatoren eines hierarchie-übergreifenden Informationsflusses im Unternehmen

Fallstudie zum Download

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