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ELEK19 – Projekt zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Elektrohandwerk

Zur Sicherung des Fachkräftebedarfs im Elektrohandwerk wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) und der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen das gemeinsame Qualifizierungsprojekt "ELEK19" in Lindau ins Leben gerufen. Die Teilnehmer*innen des Projekts absolvierten die modular aufgebaute Teilqualifizierung (TQ) zum*zur "Elektroniker*in für Energie- und Gebäudetechnik" und sind ihrem Ziel eines Berufsabschlusses (HWK) damit ein großes Stück näher gekommen.

Eröffnung neuer beruflicher Möglichkeiten als Ziel

Vom 04.11.2019 bis zum 31.07.2020 fand am bbw-Standort in Lindau eine modular aufgebaute Teilqualifizierung statt, die die Teilnehmer*innen auf eine betriebliche Umschulung zum*zur Elektroniker*in für Energie- und Gebäudetechnik (HWK) vorbereitete. Unterstützt wurde das Projekt von der Kreishandwerkerschaft und von der Innung für Elektro- und Informationstechnik Lindau.

Ziel der Teilqualifizierung ist es, Menschen ohne anerkannten Berufsabschluss darin zu unterstützen sich Kenntnisse und Kompetenzen anzueignen, um im Berufsleben besser Fuß fassen zu können bzw. durch eine nachfolgende Umschulung einen Berufsabschluss zu erreichen.

Von der Vorbereitung über die Teilqualifizierung zum Berufsabschluss

Durch zielgerichteten Unterricht wurden zunächst die beruflichen Grundkompetenzen der Teilnehmer*innen gesteigert und im Anschluss absolvierten diese dann eine Teilqualifizierung mit einer betrieblichem Qualifizierungsphase. Die Qualifizierung endete mit einer zertifizierten Kompetenzfeststellung.

Im Anschluss an das absolvierte TQ-Modul können die Teilnehmer*innen jetzt als teilqualifizierte Mitarbeiter*innen in einem Elektrobetrieb arbeiten. Die Fortführung der Umschulung mit dem Ziel eines HWK-Abschlusses steht allen Teilnehmer*innen offen, die den Besuch der TQ erfolgreich abgeschlossen haben. Die Teilqualifizierung deckt sämtliche Lehrplaninhalte des ersten Lehrjahres der regulären Ausbildung ab. Somit können die Teilnehmener*innen, nach erfolgreicher Kompetenzfeststellung, ab September 2020 direkt in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen.

Neben vielen Anderen unterstützte hier besonders auch Innungsobermeister Fabian Grundl, der einem Teilnehmer der ELEK19 die Chance gab, in seinem Betrieb Elektro-Grundl GmbH in Ellhofen zu arbeiten, sein Wissen zu vertiefen und einen ersten Schritt auf dem Weg zur Elektronik-Fachkraft zu gehen. 

Modullinie Teilqualifizierung plus für individuellen Förderbedarf

Eine besondere Erfolgsgeschichte haben zwei Teilnehmer aus dem 80 Kilometer von Lindau entfernten Winterrieden mit der Teilnahme an ELEK19 geschrieben. Da ihre Berufsabschlüsse aus ihren Herkunftsländern in Deutschland nicht anerkannt wurden, konnten sie bisher lediglich als Helfer eingesetzt werden. Zunächst war es in ihrem kurzfristigen Interesse möglichst schnell Geld zu verdienen, um ihre Familien finanziell zu unterstützen. Ihr Betrieb Haider-Technik GmbH in Winterrieden überzeugte die beiden jedoch davon, dass es für sie besser ist, längerfristig zu denken und es das Ziel sein sollte, einen in Deutschland anerkannten Berufsabschluss anzustreben.

Dank der Modullinie Teilqualifizierung plus (TQplus) konnten auch sie das Modul erfolgreich abschließen. Beide haben nicht nur ihre Fachkenntnisse der Arbeitswelt in Deutschland anpassen können, sondern dazu auch noch sehr gut Deutsch gelernt. Nachdem die Prüfung in beiden Fällen mit "sehr gut" abgeschlossen wurde, starten sie nun in die Umschulung zur Fachkraft für Gebäude- und Klimatechnik im zweiten Ausbildungsjahr.

Die Modullinie Teilqualifizierung plus (TQplus) wurde speziell für Teilnehmer*innen mit Sprachbarrieren oder zusätzlichem Förderbedarf konzipiert und zeichnet sich u. a. durch individuellen berufsbezogenen Sprachunterricht aus.

Staatliche Förderung durch das Qualifizierungschancengesetz

Finanziert wurde die Teilnahme an dem TQ-Modul über das Qualifizierungschancengesetz der Bundesagentur für Arbeit. Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht allen Unternehmen eine Förderung aller Beschäftigten (außer Auszubildenden) im Rahmen einer abschlussorientierten Weiterbildung (Teilqualifizierung, Umschulung, Vorbereitungslehrgang auf die Externenprüfung) oder einer Anpassungsqualifizierung. Dabei werden bis zu 100 Prozent der Weiterbildungskosten sowie ein Arbeitsentgeltzuschuss (ebenfalls bis zu 100 Prozent) übernommen.

Teilqualifizierungen – Modularer Aufbau mit Zertifikatsabschluss

 Teilqualifizierung logoBei der Teilqualifizierung werden anerkannte Ausbildungsberufe zum*zur Facharbeiter*in in Module untergliedert. Jede Teilstufe wird durch eine Prüfung mit Kompetenzfeststellung abgeschlossen und mit einem Zertifikat belegt. Durchläuft ein*e Teilnehmer*in alle Module mit Erfolg, kann er*sie sich zur Externenprüfung bei den Kammern anmelden. Die Abschlüsse werden von der Bundesagentur für Arbeit anerkannt und sind grundsätzlich förderfähig.

Das Gütesiegel „Eine TQ besser!“ der ARBEITGEBERINITIATIVE TEILQUALIFIZIERUNG, ein Zusammenschluss deutscher Arbeitgeberverbände und der verbandsnahen Bildungsträger, garantiert eine bundeseinheitliche Durchführung nach einem gemeinsamen Konzept und festgelegten Standards. So sind hohe Transparenz und Kompatibilität gewährleistet, was auch ein Qualitätsversprechen beinhaltet, sowohl für die Absolvent*innen einer Teilqualifizierung als auch für (potenzielle) Arbeitgeber aller Branchen in Deutschland.

In Bayern setzt das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) e. V. das Angebot der TQplus im Rahmen des Projekts Chance Teilqualifizierung in Zusammenarbeit mit folgenden Verbänden um:

  • vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.
  • bayme – Bayerischer Unternehmensverband Metall und Elektro e. V.
  • vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.

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